Christrose, www.kraüter-entdecken.de
Christrose ((Helleborus niger)

Es ist ein Ros entsprungen

Aus einer Wurzel zart.

Wie es die alten sungen,

aus Jesse kam die Art

und hat ein Blümlein bracht,

mitten im kalten Winter,

wohl zu derhalben Nacht.

(Erste Strophe der ältesten Version „Es ist ein Ros entsprungen“ aus dem Speyerer Gesangbuch von 1599)

 

Illustration von Helleborus niger in „Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz“ von Otto Wilhelm Thomé, Gera (1885)

 

Die Christrose (Helleborus niger)

Ist eine Pflanze aus der Gattung der Nieswurzgewächse (Helleborus), sie gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Die Christrose ist mit dem gelben Hahnenfuß, der Sumpfdotterblume, dem Adonisröschen, der Kuhschelle, aber auch mit dem extrem giftigen Eisenhut verwandt. Wie die meisten Hahnenfußgewächse ist die Christrose giftig. Sie gehört sogar zu den stark giftigen Vertretern dieser Familie. Alle Teile der Christrose sind stark giftig!

Wie erkenne ich die Christrose?

Die Christrose ist eine weißblühende Pflanze, die mitten im Winter blüht und sich damit den Naturgesetzten widersetzt. Wegen der zeitlichen Nähe der Blütezeit zum Christenfest Weihnachten hat die Christrose ihren Namen bekommen. Die Christrose ist in den mittleren Höhen einiger Gebirge heimisch. Am häufigsten kommt sie in den Alpen vor. In Mitteleuropa findet man sie fast ausschließlich in Gärten als Zierpflanze. Sie ist als Gartenpflanze beliebt, weil sie, anders als die meisten anderen Blütenpflanzen, im Winter und zeitigen Frühjahr blüht. Die Christrose ist winterhart und mehrjährig. Sie kann über zwanzig Jahre alt werden. Sie wird bis zu 30 Zentimeter groß. Der Wurzelstock ist schwarz, was der Christrose ihren wissenschaftlichen Namen eingebracht hat. Wenn man am frisch ausgegrabenen Wurzelstock riecht, muss man niesen, ein weiterer namensgebender Aspekt („schwarze Nieswurz“). Die am Grund lang gestielten Laubblätter sind „fußförmig“ in sieben bis neun Abschnitte gegliedert. Die ledrigen Grundblätter sind tief grün. Am Stängel befinden sich ein bis zwei (selten drei) blasse, ovale Hochblätter. Die Blüten sind endständig und stehen einzeln (selten zu zweit oder dritt) am meist unverzweigten Stängel. Die Blüte erreicht einen Durchmesser zwischen 5 und 10 Zentimetern.

Giftwirkung

Bei Vergiftung mit der Christrose kommt es zu Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Ohrensausen und Herzklopfen mit verlangsamten Puls. In schweren Fällen kann es zum Delirium bis hin zum Tod kommen. Im Vergiftungsfall sollte man sofort den Notarzt zu Hilfe rufen.

Geschichte

Schon im Altertum wurde die Nieswurz in der Medizin eingesetzt.

Plinius der Ältere verwendete sie gegen Wahnsinn und Epilepsie.

Auch Dioskurides beschrieb die Nieswurz als Heilpflanze. In seiner Zeit wurde die Nieswurz meistens in Wein eingelegt, um einen Kräuter-Wein als Medizin zu erhalten. Die schwarze Nieswurz der Antike war wahrscheinlich nicht die Christrose, die heutzutage als schwarze Nieswurz bezeichnet wird (Helleborus niger), sondern eine verwandte Art. Die Christrose ist in der südlichen Mittelmeerregion nämlich nicht heimisch. Im Mittelalter waren die verschiedenen Nieswurz-Arten relativ beliebt als Heilpflanze. Sie wurden beispielsweise von Hildegard von Bingen und zahlreichen anderen erwähnt. Viele Autoren warnten schon damals vor einem zu großzügigen Einsatz der Nieswurz. Leonhart Fuchs (16. Jahrhundert) beschreibt sie ausführlich unter dem Namen Christwurz. Er beschreibt sie als sehr starkes Abführmittel und als Mittel gegen Fallsucht (Epilepsie). Weitere Anwendungsgebiete laut Fuchs sind: Wassersucht (Ödeme), Wahnsinn, Schmerzen, Auslösung der Menstruation. In der Volksheilkunde verwendete man die Christrose früher als Brech- und Abführmittel. Die Substanz Helleborin wirkt nämlich schleimhautreizend und dadurch stark abführend. Diese Wirkung ist eine Art Vergiftung. Daher ist von einer diesbezüglichen Nutzung der Christrose abzuraten.

Symbolik, Signatur und Wesen der Pflanze

Der heute übliche Name der Christrose entstand mit dem Aufkommen des Christentums, da die Pflanze zu Christi Geburt ihre Blüten entfaltet. Der Zeitpunkt ihres Blühens kennzeichnet sie auch als Mondpflanze, zur Zeit der Wintersonnenwende sind die hellen Tage am kürzesten und der Mond scheint am längsten. Mondpflanzen gelten generell als beruhigend und schlaffördernd. Es stellt sich die Frage was mit der Verwendung der Pflanze als“Nieswurz“ bezweckt wurde. Der durch die Wurzel der Pflanze ausgelöste Niesreiz bringt Erstarrtes und Verhärtungen wieder zum Fließen, Überflüssiges kann sich so lösen und ausgeschieden werden. In dem Zusammenhang sollte die Humoralpathologie und die Viersäftelehre von Hippokrates und Galen erwähnt werden. Nach diesen Lehren sind vor allem psychische Leiden durch ein zu Viel an schwarzen Schleim verursacht. Dieser schwarze Schleim sollte mit Hilfe des Niesens ausgeleitet werden. In dieser Tradition steht zudem die Verwendung der Christrose im Altertum, ihre Verwendung bei Geisteskrankheiten, Kopfschmerzen, Arthrose und bestimmten Krebsarten, zur Ausleitung der schwarzen Galle lässt sich bis Hippokrates zurückführen.

Im kirchlichen Kontext gilt die Christrose als Symbol für die Menschwerdung Christi. Sie bringt uns das Licht in der Dunkelheit. Auf medizinische Zusammenhänge übertragen vertreibt die Christrose die Dunkelheit bei Gemütssymptomen des Menschen wie z. B. Depressionen, Melancholie, Verwirrung und Alterserkrankungen.

Das Wesen der homöopathisch gegebenen Christrose ist: kühlend, ordnend, aufhellend.

Heilwirkung

Früher wurden Wurzeln der Christrose gegen Epilepsie, Geisteskrankheit und Herzschwäche eingesetzt, doch die Giftigkeit verhindert heutzutage ihre Verwendung. Nur in homöopathischer Zubereitung, ab D 3, wird die Christrose in unserer Zeit noch angewendet. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie testete die Christrose an sich selbst. Haupteinsatzgebiete der homöopathischen Anwendungen sind z. B. Verwirrtheitszustände, Kopfschmerzen, Wahnvorstellungen, Demenz, Psychosen, Gehirnentzündungen. Auch der Begründer der Anthroposophie Rudolf Steiner erwähnte die heilenden Eigenschaften der Christrose. Seiner Ansicht nach sind Pflanzen wie Christrose und Mistel, die sich über Naturgesetze hinwegsetzen in kleinen Dosierungen geeignet als begleitende Therapie bei Krebserkrankungen.

 

Sammelhinweise

Die Christrose steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und darf nicht aus Wildbeständen gesammelt werden!

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