Das Schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium) stammt aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Es wird auch als Stauden-Feuerkraut, Waldweidenröschen oder Waldschlagweide bezeichnet.

 

 

Illustration in Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, die 1885 in Gera erschien.

 

Das Schmalblättrige Weidenröschen ist auf der Nordhalbkugel verbreitet. Die Vorkommen reichen bis weit in den Norden und  bis in die Höhenlagen der Alpen. Es wächst bevorzugt auf  Kahlschlägen, an Ufern, auf Böschungen, Felsen, Schutt- und Trümmergrundstücken. Insbesondere nach Waldschlägen oder Waldbränden kann sie sich auf der entstandenen Lichtung sehr schnell ausbreiten. Von dieser Eigenschaft leitet sich der englische Name „Fireweed“ ab, welcher in Alaska und Kanada gebräuchlich ist. So findet sich die Pflanze auch im Wappen des kanadischen Yukon-Territoriums.

Eine Pflanze kann tausend Samen bilden, die bis zu 10 km weit fliegen können. Aus den Haarschöpfen der verblühten Pflanzen wurde früher eine durchaus brauchbare Wolle gesponnen. Es wird berichtet dass die Indianer sie mit Ziegenwolle gemischt und dann für ihre Decken und Umhänge verwendet haben. Von einem Stamm wird berichtet, dass aus den Fasern der Pflanze Schnüre für Fischernetze hergestellt wurden.

Blütezeit: Juni – August

 

Wie erkenne ich das schmalblättrige Weidenröschen:

  • an den schmalen, länglichen Blättern- sie sind den Blättern der Silberweide ähnlich
  • die sehr jungen Sprossen an den Blattschöpfen die Ähnlichkeit mit einer Palme haben
  • an dem flächendeckenden Vorkommen, besonders zur Blütezeit sehr beeindruckend
  • im Sommer an den körpergroßen Stauden, die kerzenartig hochragende rosarote Blüten tragen
  • an den Fruchtständen die nach der Blüte aufspringen und "weiße Baumwolle" in die Lüfte entlassen.

Ernte: Kraut und Blüten.

 

Legenden und Mythen

Das Weidenröschen galt als blitzabweisend und gehörte in manchen Gegenden zum Kräuterbuschen von Maria Himmelfahrt. Die Wurzeln der Kräuterweihe reichen weit bis zu den Ur- Mysterien der Menschheit zurück.
Zuerst wurden mit einem Kräuterbusch Natur- und Erntedankfeste zu Ehren verschiedener Götter gefeiert. Um 745 n. Chr. Wurde erst die Kräuterweihe verboten, dann unter den Segen Marias gestellt.
Seitdem feiert man die Kräuterweihe an Maria Himmelfahrt am 15. August.

 

Das Wesen der Pflanze:

Die Prinzipien des Weidenröschens sind die Lebenskräfte die mit dem Herzen zu tun haben. Im Erleben werden Zärtlichkeit und Liebe wieder spürbarer. Die Genußfähigkeit, die Zärtlichkeit, das Geben und Nehmen werden, auch in der Sexualität,gestärkt.Die Pflanze wirkt vitalisierend und anregend.

 

Heilwirkung

Verwendet werden kann die ganze Pflanze. Insbesondere die Inhaltsstoffe der oberirdischen Pflanzenteile (vor oder während der Blütezeit gesammelt) wirken entzündungshemmend und haben sich besonders  bewährt bei gutartigen Veränderungen der Prostata. Dies wurde sogar in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. Der Tee kann aus Blättern und Wurzeln hergestellt werden und hilft auch bei Magen- und Darmentzündungen.
Traditionell wird das Weidenröschen eingesetzt bei: Prostatavergrößerung und -entzündung, Blasenerkrankungen und Nierenerkrankungen sowie Nierenunterfunktionen.
Besonders bei gutartiger Vergrößerung der Prostata, aber auch bei Prostata-Krebs sollte der Tee getrunken werden. Man kann das Weidenröschen kurmäßig anwenden um z. B. einen gestörten Harnfluss wieder in Gang zu bringen. Auch bei bereits durchgeführter Operation der Prostata sollte der Tee eingesetzt werden, denn so wird das postoperative Brennen gemindert. Bei Frauen mit chronischer Reizblase soll Weidenröschen-Tee auf Grund seiner harntreibenden Wirkung ebenfalls helfen.
Teeanwendung: 1 gehäufter Teelöffel Kraut auf 1 Liter Wasser, nur brühen, kurz ziehen lassen. 2 Tassen täglich, morgens nüchtern und abends eine halbe Stunde vor dem Abendessen trinken.

 

Verwendung in der Küche

Von April bis Juli kann man die schmalen weidenähnlichen Blätter mitsamt der jungen Triebspitzen roh im Salat oder gegart zu Gemüsegerichten verzehren, sie schmecken leicht säuerlich. In den  frischen Blättern ist mehr als 200 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm enthalten. Neben Giersch ist das Weidenröschen eine wahre Vitaminbombe und enthält etwa viermal mehr Ascorbinsäure als die Orange. Auch die Blüten und Blütenknospen sind essbar, sie eignen sich als wohlschmeckende Salatdekoration, zusammen mit den Blättern kann man sie auch als Tee zubereiten. Sind die Blüten verblüht, kann man sich auch die länglichen Fruchtstände verzehren. Die Stengel kann man jung roh und als Gemüse , wie Spargel zubereiten.Die Blüten können außerdem als essbare Dekoration für verschiedene Gerichte verwendet werden. Für Kräutermischungen und Salate kann man die Blätter und Triebspitzen wiegen und zugeben. Alle anderen Weidenröschenarten sind in gleicher Weise verwendbar.

 

Rezept Weidenröschengratin

Zutaten: 300 g Weidenröschen-Sprossen oder –blätter, 300 g Zucchini, 2 EL feingehackte Kräuter, 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 500 g Quark, 50 g Schafskäse, 4 Eigelb, 1Eiweiß, 10 g Sesamsaat, 1/9 l Sahne, Salz, Zitronensaft, Muskatblüte.

Quark in ein Küchentuch geben und abtropfen lassen. Weidenröschen und die in Stifte geschnittenen Zucchini in kochendem Wasser 2 Min. blanchieren und gut abtropfen lassen. Sesam in der Pfanne ohne Fett rösten. Zwiebel und Knoblauch hacken. Die halbe Menge mit dem Gemüse vermengen, die andere mit dem Eigelb pürieren. Quark, Sahne sowie die Kräuter unterrühren und mit Muskat, Salz und Zitronensaft abschmecken. Eiweiß steif schlagen und unter die Quarkmasse ziehen.

Eine Auflaufform einfetten, die Hälfte der Quarkmasse einfüllen, darauf das Gemüse legen und den Rest der Quarkmasse drüber streichen. Schafskäse und Sesam darauf verteilen und im Backofen bei 175° ca. 30 Minuten backen.

 

Anbau im Garten

Feuchte, nahrhafte, neutrale bis alkalische Böden. Aussaat ganzjährig, neigt zu starker Selbstaussaat. Eventuell Samenstände entfernen. Gut feucht halten, Düngung.

 

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